Was ist Square-Dance eigentlich ?
Der Square-Dance ist eine Entwicklung aus den verschiedenen Volkstänzen der europäischen Einwanderer der USA. Er wird nach seiner Tanzform benannt; vier Paare stehen in einem Quadrat.Im Genensatz zu den europäischen Volkstänzen kennt der Square-Dance, der hauptsächlich nach Country- und Westernmusik getanzt wird, jedoch keine verbindlichen Figurenfolgen. Alle Tänzerinnen und Tänzer tanzen auf Zuruf. Die Tanzfiguren und -abläufe werden vom Caller (englisch: call = rufen) dabei nach Belieben kombiniert und angesagt. Ein Auswendiglernen einzelner Tänze ist nicht möglich.
Jeder Tanzanfänger in Square-Dance-Clubs, 'student' genannt, muß sich zunächst den Grundstock von 68 Figuren aneignen. Nach ca. 9 Monaten bis maximal 1 Jahr ist diese Lernphase 'class' abgeschlossen und der 'student' wird graduiert. Die neuen Tänzer werden hier in der Gemeinschaft willkommen geheißen. Spätestens jetzt wird in der offiziellen Square-Dance-Kleidung getanzt. Die Damen tragen Röcke und Petticoats, die Herren lange Hosen und Hemden. Unverzichtbar ist das 'badge', das jedes Mitglied sichtbar trägt. Hier sind sowohl die Namen der Tänzer, als auch der Club abzulesen, in dem sie Mitglied sind.
Die 'graduation' gehört zu den feierlichsten Anlässen eines
Square-Dance-Clubs, zu dem die
Mitglieder
aller anderen Square-Dance-Clubs eingeladen werden. Der Einladung folgen
dürfen jedoch nur bereits graduierte Tänzer, um den 'students'
die Spannung der eigenen Graduierung nicht zu nehmen. Nun gehört der
ehemalige 'student' zu den 'graduated' und kann an allen Aktivitäten
des Clubs teilnehmen. Dazu gehört vor allem der Besuch in den anderen
Square-Dance-Clubs. Jeder Tanzabend steht grundsätzlich allen graduierten
Square-Dancern offen. Der Besuch anderer Clubs dient der Kontaktpflege, aber
nicht zuletzt der Verbesserung der eigenen Tanzfertigkeiten. Der Square-Dancer
kennt zwar keine Wettkämpfe, jedoch macht hier die Übung den Meister,
so daß unterschiedliche Tanzfertigkeiten zwischen den einzelnen
Tänzern sowie zwischen verschiedenen Clubs auszumachen sind. Zudem kann
auch die Vorliebe für einen bestimmten Caller, die alle ihren eigenen
Stil besitzen, zu einem Besuch in einem anderen Club reizen.
Anpassungsschwierigkeiten gibt es aber nicht, da auf der ganzen Welt der
Square-Dance den gleichen Regeln folgt. Als Andenken erhält jeder Gast
ein 'dangle', einen kleinen Anhänger, der am 'badge' befestigt wird;
so sehen alle anderen Tänzer, in welchen Clubs dieser Square-Dancer
bereits getanzt hat. Außerdem bekommt der Tänzer die Unterschrift
des Callers in ein sog. 'friendship book'. Hat der Tänzer 13
Unterschriften gesammelt, dann erhält er von der Dachorganisation EAASDC
eine Anerkennung.
Höhepunkte im Jahr sind die vierteljährlichen 'Jamborees' auf denen sich Square-Dancer aus ganz Europa treffen, um drei Tage lang miteinander zu tanzen und Kontakte zu knüpfen. Für viele Tänzer gehört der Besuch von Square-Dance-Clubs in den USA zu den persönlichen Zielen, die gesetzt werden. Da die Square-Dancer im allgemeinen recht reiselustig sind, haben sich viele Traditionen durchgesetzt, um besonders ungewöhnliche oder weite Reisen zu honorieren. Auch das Tanzen an einem Freitag dem 13. ist Anlaß für ein 'dangle'; auf diesem ist dann eine schwarze Katze zu sehen.
Die Möglichkeit, sich selbst vorzustellen, bieten die sogenannten 'specials' der Clubs. So war der Höhepunkt der Vereinsgeschichte die im November 1995 zum ersten Mal stattgefundene Veranstaltung 'Grönkohl-Danz'. Einen ganzen Tag lang boten die Hunte-Valley-Dancers ihren Gästen, Square-Dancern aus ganz Deutschland, die Möglichkeit, den Club und seine Mitglieder kennen zu lernen. Dieses 'special' wird von allen Mitgliedern gemeinsam organisiert und durchgeführt.- Es werden beispielsweise die Gäste zum Selbstkostenpreis bewirtet, was natürlich heißt, daß für alle Oldenburger Clubmitglieder der Tanz an diesem Tag erst an zweiter Stelle rangiert. Kuchenbuffets wollen aufgebaut werden und Getränkestände müssen besetzt werden. Zu bekommen sind allerdings nur Erfrischungsgetränke, Alkoholika sind während allen Veranstaltungen streng verpönt. Den Gästen wird ein sehr vielseitiges Programm geboten, so daß natürlich schon im Vorfeld viel Arbeit anfällt. es werden bekannte Caller engagiert, die für eine abwechslungsreiche und anspruchsvolle Tanzfolge sorgen. Außerdem werden neben Square-Dance weitere Country- und Westerntänze angeboten, wie beispielsweise der Line-Dance, der Round-Dance oder das Clogging.
Meist bieten sich auf solchen Großveranstaltungen auch die einzigen Gelegenheiten, die Square-Dance-Kleidung direkt zu kaufen. Weil es nur wenige Anbieter gibt, die ihre Ware zumeist direkt in den USA bestellen, sind die Tänzerinnen und Tänzer auf den Versand angewiesen. Der Großteil der Damen schneidert sich Kleidung allerdings selbst. Mit sehr viel Liebe zum Detail und mit sehr viel Phantasie entstehen dann die schönen Röcke und Blusen, die sehr individuell gestaltet sind. Petticoats sind im Fachhandel in beinahe jeder Farbe passend zu erhalten. Die direkte Einkaufsmöglichkeit ist während dieser Veranstaltungen ein zusätzlicher Reiz, zumal ein Second-hand-Shop fast schon traditionell dazugehört.
Die Attraktion eines 'specials' ist jedoch der 'Grand March'. Dies ist die Begrüßung der Gäste und der einzelnen Gastclubs durch den Präsidenten des ausführenden Clubs. Aus jedem angereisten Club nimmt jeweils ein Paar an dieser Laufformation teil, die jedesmal ein beeindruckendes und attraktives Bild bietet. Da diese Veranstaltungen stets unter einem bestimmten Motto stehen, die eng mit der Region des ausrichtenden Clubs in Verbindung stehen, nutzen viele der angereisten Tänzer diese Besuche, um die Umgebung näher kennen zu lernen. Diese 'specials' werden recht schnell zu beliebten und traditionellen Aktivitäten der einzelnen Clubs, die unter den Square-Dancern in ganz Deutschland viel Zuspruch erhalten. Beim Grönkohl-Danz 1996 konnte die Hunte-Valley-Dancers über 120 Tänzer aus 34 Clubs bewirten.
Desweiteren zeigt jeder Square-Dance-Club sein Können auf diversen Festivitäten, wie beispielsweise auf Hochzeiten, Geburtstagen und Jubiläen, Sportfesten sowie Tanzveranstaltungen. Diese Auftritte, für die ein geringes Entgeld erhoben wird, sind beliebte Überraschungen. Inzwischen wurden viele Auftritte bei Veranstaltungen wie Stadtteilfesten, Schützenfesten oder Country-Festen geleistet und genauso beim Tag der Niedersachsen 1995 in Oldenburg waren die Square-Dancer an zwei Tagen mit Auftritten dabei.